Das Leben in der Warteschleife

Organspende Warteliste

Die Warteliste

Wenn ein Patient so krank ist, dass er möglicherweise eine Organtransplantation für sein Überleben benötigt, wird er von seinem zuständigen Arzt zu einem Transplantationszentrum geschickt. Dort wird er, wie im vorhergehenden Kapitel bereits angemerkt, hinsichtlich seiner Transplantationstauglichkeit untersucht. Stellt die Operation ein zu hohes Risiko dar, wird ein Eingriff nicht in Betracht gezogen. Eignet sich der Patient jedoch für eine Transplantation, wird er über Eurotransplant auf die Warteliste gesetzt.

Für jedes verfügbare Spenderorgan wird von Eurotransplant eine individuelle Rangliste mit potentiellen Empfängern ermittelt. Die Platzierung der einzelnen Patienten hängt von verschiedenen Faktoren ab, dessen Wichtigkeit je nach Organ variiert: Zum einen sind die medizinischen Faktoren, wie zum Beispiel die Kompatibilität der Blutgruppen des Spenders und des Empfängers, von Bedeutung. Zudem spielt die Dringlichkeit der Transplantation eine große Rolle. Patienten mit „HU“ (High Urgency)-Status brauchen sehr schnell ein Ersatzorgan und werden deshalb gegenüber den Patienten mit „T“ (Transplantable)-Status bevorzugt behandelt. Auch die Dauer des Transportes des Organs ist ein wichtiges Kriterium für die Platzierung. Die Zeitspanne zwischen Explantation und Transplantation sollte möglichst kurz sein. Das bedeutet: Je kürzer der Transportweg, desto besser.

Neben den medizinischen Aspekten ist auch die bisherige Wartezeit des Patienten ein wichtiger Faktor. Umso länger der potentielle Empfänger auf der Warteliste steht, desto höher ist auch seine Chance auf ein Spenderorgan. Nierentransplantationskandidaten müssen in Deutschland durchschnittlich etwa fünf bis acht Jahre warten.

In der jüngeren Zeit hat die Manipulation dieser Warteliste durch Transplantationsmediziner für negative Schlagzeilen gesorgt; infolgedessen ist die Spendenbereitschaft in Deutschland 2013/14 noch einmal erheblich zurückgegangen.

 

Blutwäsche

Steht einem transplantationsbedürftigen Patienten kein Organ zur Verfügung, muss er mit einer alternativen Behandlungsform versorgt werden, bis ein Spenderorgan für ihn gefunden ist.

Wenn beispielsweise nach einem Nierenversagen die Nieren den Körper nicht mehr von Schadstoffen und überflüssigem Wasser befreien können, ist die sogenannte Dialyse (Blutwäsche) eine temporäre Alternative zur Transplantation. Die Dialyse übernimmt die Filterfunktion der Niere, ist jedoch bei weitem nicht so effektiv wie das natürliche Organ. Deshalb kommt es bei dieser Behandlungsmethode auch häufig zum Ausfall weiterer Körperfunktionen, die das Leben des Patienten zusätzlich beeinträchtigen.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Dialysetechniken: dem extrakorporalen Verfahren (außerhalb des Körpers), bei dem die Blutwäsche über ein externes Gerät erfolgt, und dem intrakorporalen Verfahren (innerhalb des Körpers), das deutlich seltener angewendet wird.

Die Dialyse fordert von den Patienten allerdings viel Geduld und Nerven, da die Betroffenen über einen Zeitraum von mehreren Jahren hinweg mindestens dreimal pro Woche vier bis fünf Stunden „an den Schlauch“ müssen. Erst wenn sich die Niere von der entsprechenden Krankheit erholt haben sollte oder ein Spenderorgan für die Transplantation gefunden wurde, kann die Dialyse ohne weitere große Auswirkungen beendet werden.

Während dieser Zeit denken viele Patienten darüber nach, ob sie in dieser Form (gefesselt an die Geräte) überhaupt noch weiterleben möchten und beschäftigen sich nicht selten mit Gedanken an einen Freitod. Der einzige Ausweg, der ihnen das Leben wieder lebenswert erscheinen lässt, ist für sie ein Spenderorgan.

 

Quellen:

http://www.transplantation-verstehen.de/etappen/die-wartezeit/
http://www.dso.de/organspende-und-transplantation/warteliste-und-vermittlung
http://de.wikipedia.org/wiki/Dialyse
http://www.onmeda.de/behandlung/dialyse.html
http://blausen.com/?Topic=9294
https://www.youtube.com/watch

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>