Organhandel in Deutschland

organhandel in deutschland

Virtuelle Verbrechen verbreiten Angst

Spätestens seit der Ausstrahlung der Tatort-Episode „Leben gegen Leben“, in der Menschen entführt und ausgeweidet werden, hat sich bei einem großen Teil der deutschen Gesellschaft die kritische Haltung gegenüber dem Organhandel verstärkt.

Seither kursieren im Internet zahlreiche Meldungen, nach denen Kinder scheinbar auf offener Straße von skrupellosen Verbrechern entführt würden. In großen Lieferwagen würden den Opfern daraufhin angeblich Nieren und Lebern entnommen, um diese im Anschluss teuer weiterzuverkaufen. Diese auch als Organmafia bezeichneten vermeintlichen Verbrecher stammten angeblich aus Ungarn oder Rumänien und schreckten noch nicht einmal davor zurück, Kinder von Spielplätzen oder sogar aus Kinderwagen zu entführen.

In den sozialen Netzwerken sollen solche Meldungen von den Nutzern umgehend an alle Kontakte weitergeleitet werden, um auch diese auf die scheinbar drohende Gefahr aufmerksam zu machen. Dadurch verbreiten sich diese grauenhaften Schauergeschichten wie ein Lauffeuer im Internet und verbreiten Angst und Schrecken.
Eingeschüchterte Bürger wenden sich in großen Zahlen an örtliche Polizeireviere, nur um feststellen zu müssen, dass alles falsch und gelogen ist.

Die Polizei bezeichnet diese unwahren Schockgeschichten als sog. Hoaxes (engl. Jux = Scherz; Schwindel). In Deutschland seien der Polizei keine solcher wahren Fälle bekannt. Das bedeutet jedoch nicht, dass dieses Vorgehen der Organhändler in anderen ärmeren Ländern nicht Realität ist.

Falls man im Internet auf eine derartige Falschmeldung stößt, sollte man diese auf keinen Fall teilen, um die unnötige Verbreitung von Angst zu verhindern.

Zudem verursachen diese Hoaxes auch einen allgemeinen Hass auf Ausländer, da diese in den Schauergeschichten immer als die Bösewichte dargestellt werden. Ob das die Absicht der Verantwortlichen ist, bleibt dahingestellt.

 

Das Transplantationsgesetz (TPG)

In Deutschland ist der Handel mit Organen durch das Transplantationsgesetz grundsätzlich verboten und kann laut Abschnitt 7 § 18 Absatz 1 mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren geahndet werden.

Das Transplantationsgesetz wurde am 1. Dezember 1997 legitimiert und regelt seither die Zulässigkeit von Organspenden. Obwohl das menschliche Blut aus medizinischer Sicht offiziell auch als flüssiges Organ gilt, findet das Transplantationsgesetz hier keine Anwendung, da in diesem Bereich bereits das Transfusionsgesetz greift.

Sowie bei der postmortalen Organspende als auch bei der Lebensspende ist eine Organentnahme laut dem TPG prinzipiell erst nach der Einwilligung des betroffenen Spenders erlaubt. Prinzipiell kann man diese ab einem Alter von 16 Jahren abgeben. Bei der Lebensspende werden jedoch nur volljährige und transplantationsgeeignete Spender zugelassen. Bei einer postmortalen Spende dürfen dem Patienten seine Organe erst explantiert werden, wenn von zwei voneinander unabhängigen Ärzten ein irreversibler Gesamthirntod festgestellt wurde. Ob ein Mensch in diesem Zustand jedoch wirklich tot ist, ist höchst umstritten.

Die Transplantation lebenswichtiger Organe ist zudem deutschlandweit gesetzlich nur in zugelassenen Transplantationszentren legitim. Um der illegalen Einfuhr von Organen aus dem Ausland entgegenzuwirken, dürfen Organe in Deutschland laut TPG nur transplantiert werden, wenn dessen Beschaffung nicht gegen geltende Gesetze verstößt.

 

Quellen:

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.falschmeldung-ueber-organhaendler-in-stuttgart-polizei
http://www.kindesentzug24.com/kindesentfuehrung-und-organhandel-uebler-facebook-fake/
http://www.mimikama.at/allgemein/die-organmafia-in-essen-und-duisburg-ein-fake-verbreitet-angst/
http://de.wikipedia.org/wiki/Transplantationsgesetz_(Deutschland)
http://www.dso.de/organspende-und-transplantation/gesetzliche-grundlagen.html

1 Kommentar

  1. Jan Gerhardt   •  

    Ich fände es schrecklich wenn bei mir das passiert
    der tatort war sehr niceeeee

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